Heinkel He 112 A-0

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    Heinkel He 112 A-0

    "Entwicklung eines Jagdeinsitzers für Lufteinsätze bei Tag und Nacht, einmotorig, 400 km/h in 6000 m Höhe und etliche Detailanforderungen, so Ausschreibung für einen Standardjäger des RLM."

    Bei Heinkel entstand somit das Projekt P 1015, ein von Siegried Günter sehr stabil konstruierter Tiefdecker. Die Tragflächen hatten Doppelholme, so dass selbst bei Beschädigungen noch ein Vielfaches an Belastung von vier garantiert werden konnte. Die solide Bauausführung war der Maschine anzusehen und erfüllte zudem die gestellten Anforderungen. Jedoch war Heinkels schärfster Konkurrent im Kampf um den Großauftrag für einen zukünftigen Standardjäger der Deutschen Luftwaffe, die Bf 109 von Willy Messerschmitt. Die Bf 109 war schneller, leichter, einfacher konstruiert und zudem noch billiger in der Herstellung als Heinkels He 112. Trotz der mehr an Pluspunkte, die die He 112 gegenüber der Bf 109 aufzuweisen hatte hinkte sie, wegen zahlreichen unfertiger Kleinigkeiten, der Messerschmitt immer etwas hinterher und somit erhielt die Bf 109 den Zuschlag des RLM.

    Ernst Heinkel machte den Entwicklungschef Dr. Heinrich Hertel für die Niederlage verantwortlich, weil er eben seiner Neigung zu endlosen Experimenten und Neuerungen hineinbrachte und so die letzte Ursache dafür war, dass die He 112 erst nach der Bf 109 wirklich fertig wurde. Um im Exportgeschäft - auch um zu zeigen, dass sie der Bf 109 ein ebenbürtiges Flugzeug war - mithalten zu können und ein der Bf 109 ebenbürtiges Flugzeug anzubieten, mußte die He 112 leichter und schneller werden. Ein neu konstruierter, kürzerer Flügel war im Frühjahr 1936 fertig. Es folgten weitere V-Muster bis zur V6 bzw. V8 und eine kleine Serie von 4 A-0 Maschinen.

    Nach Abschluss der Entwicklungsphase, hatte die He 112 den Gleichstand mit der weiterentwickelten Bf 109 erreicht. Im Dezember 1936 begann bei Heinkel die streng geheime Konstruktionsarbeit für das Reketenflugzeug. In der Typenaufstellung vom 21.06.1937 steht: „Abgeliefert Sonderraum Künzel“ -das V3-Muster ging dort ebenfalls hin! Walter Künzel war Sachbearbeiter und Verbindungsingenieur für die Zusammenarbeit der Firma Heinkel mit dem Raketenbauer Wernher v. Braun. Es ist damit belegt, dass Heinkel die V4 und die V3 für den Einbau eines Raketentriebwerks zur Verfügung stellte. Nach Aussage von Dr. Heinrich Hertel waren die einzelnen Stufen: 1. He 112 mit eingebautem Raketentriebwerk schaltete dies als zusätzlichen Antrieb in ca. 2000 m Flughöhe bei laufendem Propeller zu. 2. Rakete als Hauptantrieb in ca. 2000 m Flughöhe eingeschaltet und den Propellerantrieb der he 112 abgeschaltet. 3. Rakete als alleinigen Antrieb beim Start. Alle Versuche sollen ohne ernsthafte Störungen oder Unfälle abgelaufen sein. Nach über 30 erfolgreichen Flugerprobungen wurden die Maschinen durch Notlandungen zerstört. Über diese V-Muster, die der Bf 109 ebenbürtig und eines der ersten Raketenflugzeuge war, sind ebenfalls keine Unterlagen vorhanden.

    Es gab also einige Versuchsmuster zu diesem außergewöhnlichen Jagdflugzeug. Die Konstruktionsweise ist bis zur V7 – an der vom Rumpf bis Tragfläche alles neu war - gleich geblieben. Deshalb besteht die Möglichkeit, mit einem Bauplan, mehrere Versuchsmuster zu realisieren.

    Ich habe bereits mit der Konstruktion der V3/V4 begonnen und wollte zu Anfang die Versuchsmaschine mit dem Raketentreibwerk, die Wernher v. Braun erfolgreich getestet hat, bauen. Um eine für mich wichtige sowie sichere und flugfähige Maschine zu realisieren, habe ich mich mittlerweile entschlossen, den Raketenantrieb nicht mit einzubauen, da das Gewicht und Flugverhalten auf eine solide Konstruktion abgestimmt werden sollte. Den Raketenantrieb kann man, durch die Berücksichtigung im Bauplan, später immer noch einsetzen. Die Rumpfkonstruktion ist identisch und dies sollte daher keinerlei Probleme ergeben. Bei den Spanten müssen nur die Schubrohrführungen berücksichtigt werden.

    Da ich jetzt die Qual der Wahl habe, hat es mir die kleine A und V Serie - von der nur ein paar Stück hergestellt wurden - angetan um ein einzigartiges und überaus seltenes Flugzeug nachzubauen. Seit ein paar Jahren versuche ich schon sämtliche Unterlagen und Fotos über die Konstruktion zusammen zu tragen. Die wichtigsten Daten wie zum Beispiel Außenmaße, Profile, Spanteneinsätze, Fahrwerkseinsatz und Steuerung habe ich durch einen Sammler erhalten, der eine Kopie der 1:10 Originalzeichnung besitzt. Leider sind durch die Zerstörung der Heinkel Werke und „Sonderraum Künzel“ fast alle weiteren Unterlagen zerstört worden. Somit wird die Entwicklung und Bauzeit auch einige Jahre in Anspruch nehmen.

    Aus meinem Archiv ein paar Bilder zu dieser schönen und seltenen Maschine.

    Gruß
    Nandor










    Hallo Wolfgang,

    bei Heinkel, Messerschmitt, FW und Junkers gab es so einige schöne Versuchsreihen, die wegen zu komplizierter Bauweise nicht in Serie gegangen sind. Sochle Maschinen als Modell zu realisieren, ist für mich das besondere :winki:

    Gruß
    Nandor
    Vielen Dank für die Info Holger...Leider ist es die 112 B Reihe und diese ist von der Konstruktion anders als die A oder V Reihe. Zudem sind einige Fehler im Text. Die Spannweite Betrug 9,94m und nicht 11,5m. Auch ist die Kennung D-ISJY eine reine A-01 gewesen. Die spätere V6 (Kennung 5 O 1 ) wurde im spanischen Bürgerkrieg (Legion Condor) getestet.

    Gruß
    Nandor




    Hallo Nandor,

    auch ich finde, dass Du Dir da ein wirklich sehr interessantes Projekt vorgenommen hast, daher weder ich hier mal am Ball bleiben und gespannt auf weitere Ausführungen Deinerseits warten.
    Revell Supermarine Spitfire Mk. V in 1:72
    Matchbox Focke Wulf Fw190 A-8 in 1:48
    Eduard Supermarine Spitfire Mk. IX C in 1:48
    Eduard Messerschmitt Bf 109 E4 in 1:48
    Airfix Hawker Hurrican Mk. I in 1:48
    Airfix Curtiss P-40 B/C in 1:48

    im Bau: Airfix Focke Wulf Fw190 A-5 in 1:24


    Gruß
    Sven
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